28. April 2026 / Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Girls’Day und Boys’Day an der TH OWL: Einfach mal machen und Perspektiven entdecken

Am 23. April 2026 drehte sich beim Girls’Day und Boys’Day an der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe alles ums...

Veröffentlicht am 28. April 2026 um 13:52 Uhr

Was hat es damit auf sich, Dinge gezielt „kaputt zu machen“, um sie besser zu verstehen? Wie baut man Roboter? Was bedeutet Klimawandel konkret? Und wie lässt sich Wasser lenken? An den Standorten Lemgo, Detmold, Höxter sowie am Lernort Herford konnten die Jugendlichen einen Tag lang experimentieren, prüfen und spielerisch komplexe Prozesse kennenlernen.

Für einige ist der Tag längst ein fester Termin im Kalender – wie für Lina, die schon zum dritten Mal in Lemgo dabei ist. „Ich will jedes Jahr etwas Neues ausprobieren“, sagt sie. Beim Ankommen winkt sie schon von weitem – fast wie ein alter Hase auf dem Campus.

Am Innovation Campus Lemgo wurde es für Lina und die anderen Teilnehmerinnen praktisch und kreativ. Im FabLab entwarfen die Jugendlichen Motive am Computer und fertigten mit dem Lasercut eigene Schlüsselanhänger. Auch moderne Fertigungsverfahren standen auf dem Programm: In der additiven Fertigung und Werkstoffprüfung erhielten sie Einblicke in die Herstellung und Analyse von Materialien.

Im Workshop „Technik entdecken“ bauten die Mädchen einen elektronischen Würfel, löteten Bauteile auf eine Platine und lernten Grundlagen der Elektronik kennen. Eine weitere Gruppe konnte selbstgebaute Roboter steuern - für viele ein echtes Highlight. 

Auch Verwaltung wurde greifbar: Zwei Jungen erhielten Einblicke in den Arbeitsalltag als Assistenz der Kanzlerin, verfassten erste E-Mails und unterstützten bei organisatorischen Abläufen.

In der Future Food Factory drehte sich alles um Sinne und Geschmack. Beim Angebot „Ein Tag als Lebensmitteltechnologin“ arbeiteten die zehn Teilnehmerinnen an drei Stationen: Während eine Gruppe im Sensorikraum Aromen analysierte, stellte sich die andere im Escape Room einer besonderen Aufgabe – die „verlorene Süße“ mithilfe von Rätseln und ihren Sinnen zurückzubringen. Im FoodLab entwickelten sie eigene Ideen für alkoholfreie Cocktails. Für Lina ist klar: „Nächstes Jahr will ich auf jeden Fall wieder hierher, dann mache ich die Drinks.“

Im Projekt PROFuture entstanden zudem kreative Poster rund um Forschung und Karrierewege. Dafür sammelten die Teilnehmenden Ideen zu den Anforderungen an zukünftige Professor:innen, führten Interviews und setzten ihre Ergebnisse kreativ um.

Am Kreativ Campus Detmold wurde gebaut, gestaltet und experimentiert. Im Workshop Innenarchitektur entwarfen die Teilnehmenden mit Knete, Lego, Stiften und Magazinen kreative Modelle und Collagen für ihre Traum-Schule. Im Bauingenieurwesen stellten sie Beton her, gossen ihn in Formen und bearbeiteten ihn weiter, zudem produzierten sie eigenen Asphalt. Experimente mit nicht-newtonschen Flüssigkeiten sowie der Bau eines kartesischen Tauchers machten physikalische Phänomene erlebbar. Beim Workshop „Brücken bauen“ testeten die Schülerinnen digitale Konstruktionen. Einblicke in die Medienarbeit gab es im Bereich „Presse, Social Media & Marketing“, wo eine Ausstellung fotografisch dokumentiert wurde.

Am Sustainable Campus Höxter tauchten zwei Schülerinnen in die Umwelttechnik ein. Im Labor führten sie eigenständig einen Versuch zur Trinkwasseraufbereitung durch und analysierten Proben – Abläufe, wie sie auch in der Praxis in Wasserwerken genutzt werden.

Anschließend erkundeten sie im Wald am Ziegenberg ökologische Zusammenhänge und erfuhren, wie Pflanzen, Klima und Mensch miteinander verknüpft sind. Dabei wurde auch deutlich, dass Pflanzen nicht nur für Ökosysteme wichtig sind, sondern auch für die Medizin: So dient beispielsweise die Eibe als Grundlage für Krebsmedikamente. Gleichzeitig wurden Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald anschaulich.

Am BildungsCampus Herford stand das Thema Führung und Verantwortung im Mittelpunkt. 15 Teilnehmerinnen schnupperten in die Tätigkeiten einer Managerin hinein und erfuhren, welche Aufgaben und Karrieremöglichkeiten sich in diesem Bereich bieten. Dabei blieb es nicht bei der Theorie: Die Mädchen löteten eigene Bauteile mit Farbwechsel-LEDs – ein praktischer Einstieg, der zeigte, wie wichtig es ist, einzelne Elemente zu verbinden. „Ich habe so etwas noch nie gemacht und wusste gar nicht, ob Löten etwas für mich ist. Aber es hat Spaß gemacht“, sagt Ella (14).

Der Bachelorstudiengang „Digital Management Solutions“ sowie zwei Fachfrauen der Firma Peter Lacke aus Hiddenhausen gaben Einblicke in konkrete Karrierewege und zeigten, welche Perspektiven ein entsprechendes Studium eröffnet. Anschließend erhielten die Schülerinnen Einblicke, wie Führungskräfte Abläufe steuern, Teams motivieren und mit neuen Ideen und Technologien die Zukunft gestalten. 

Viele der Teilnehmenden nehmen vor allem eines mit: eigene Erfahrungen und neue Perspektiven. „Ich wollte bewusst etwas Praktisches machen – und das gab es hier“, sagt Anna (15). Ob daraus später ein Beruf wird, bleibt offen – aber sie wissen jetzt besser, was ihnen liegt. Genau darum geht es beim Girls’Day und Boys’Day: einfach machen und sehen, was geht. 

Ein herzliches Dankeschön an alle Hochschulangehörigen, die sich beim Girls’Day und Boys’Day engagiert haben und diese vielfältigen, spannenden Angebote möglich gemacht haben. 

Wir freuen uns schon jetzt auf viele weitere spannende Angebote beim nächsten Aktionstag am 22. April 2027.

Quelle: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (th-owl.de)
Bildnachweis: © Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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