27. Februar 2026 / Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Gamification: Stadt spielen und verstehen

Am Institut für Designstrategien (IDS) der TH OWL ist mit URBAN PLAY ein innovatives Kartenspiel für die Stadtplanung...

Veröffentlicht am 27. Februar 2026 um 13:07 Uhr

Während sich die Architektur häufig auf einzelne Gebäude konzentriert, denkt Stadtplanung in größeren Maßstäben: in Quartieren, Stadtteilen oder ganzen Regionen. Dabei treffen unterschiedliche – und oft widersprüchliche – Anforderungen aufeinander. So sollen Städte kompakt und durchmischt sein, kurze Wege ermöglichen und Flächen effizient nutzen. Zugleich braucht es Grünräume für Versickerung, Verschattung und Klimaanpassung. Bezahlbarer Wohnraum soll neben höherpreisigen Angeboten entstehen, unterschiedliche Generationen zusammenbringen und lebendige Quartiere statt monofunktionaler Gebiete schaffen.

URBAN PLAY übersetzt diese komplexen Abwägungen in ein Spielsystem. Es stellt Fragen wie: Welche Stadtbausteine passen zusammen? Wo entstehen Synergien, wo Konflikte? Ist eine hohe Grundflächenzahl sinnvoll oder problematisch? Wie gelingt die Balance zwischen Dichte und Freiraum?

Ziel ist es, ein Gespür für die Planung lebendiger und gesunder Städte zu entwickeln, indem die Spielenden die unterschiedlichen Aspekte kritisch reflektieren. Das Spiel fördert diesen Prozess und regt zum Vergleich, zur Diskussion und zum räumlichen Denken an. Es richtet sich an Lehrende und Studierende der Architektur und Stadtplanung, an Planungsbüros in der Weiterbildung sowie an Workshops und interaktive Lehrformate. 

Zwei Dutzend reale Projekte und vielfältige Spielmodi

Im Zentrum von URBAN PLAY stehen 24 reale städtebauliche Projekte aus zehn Ländern. Jede Karte zeigt einen Lageplan, ein Grundstücksdiagramm, verifizierte Kennwerte wie Grundflächenzahl (GRZ) und Geschossflächenzahl (GFZ) sowie die jeweilige Gebäudetypologie. Von Wohnquartieren über Mischnutzungen bis hin zu Arbeitswelten decken die Projekte sechs unterschiedliche Typologien ab und erlauben so den direkten Vergleich verschiedener Dichtekonzepte. Dadurch werden räumliche Zusammenhänge anschaulich und nachvollziehbar, die sich hinter abstrakten Zahlen oft nur schwer erkennen lassen. Die sorgfältige Auswahl der Referenzprojekte und die geprüften Planungsdaten bilden dabei die fachliche Grundlage des Spiels.

URBAN PLAY ist ein flexibel einsetzbares Lehrinstrument und umfasst verschiedene Spielmodi wie Quartett, Supertrumpf und Memory. Ergänzt wird es durch Plankarten, Erläuterungskarten sowie ein deutsch-englisches Glossar.

Unterstützt durch TRiNNOVATION OWL: Von der Idee zum fertigen Spiel

Zum Leben erweckt wurde das Kartenspiel am IDS von Kyra Albrecht, Katharina Alvarez und Helene Deepe unter der Leitung von Dr. Marcel Cardinali. Die Grundidee entstand in einem Lehrmodul und wurde durch die Förderung im Rahmen von TRiNNOVATION OWL als Impulsprojekt nun ausgearbeitet und finalisiert. TRiNNOVATION OWL ist ein Projekt der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Das sechsmonatige Förderformat unterstützt vielversprechende Ideen mit hohem Anwendungspotenzial und stärkt den Transfer zwischen Hochschule und Praxis. URBAN PLAY steht für die kostenfreie Nutzung zu Bildungszwecken zur Verfügung. Weitere Informationen und Materialanfragen 

Quelle: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (th-owl.de)
Bildnachweis: © Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe

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