Die ELLIS Unit NRW bündelt die Forschung zu Machine Learning und Künstlicher Intelligenz in Nordrhein-Westfalen und macht das Land zu einem eigenen Standort im europäischen Exzellenznetzwerk ELLIS (European Laboratory for Learning and Intelligent Systems).
Ziel ist es, führende Forschungseinrichtungen zu vernetzen und international sichtbare Spitzenforschung im Bereich des maschinellen Lernens zu fördern. Die Forschungsagenda von ELLIS reicht von offenen Foundation Models über vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz bis hin zu Anwendungen in Gesundheit, Robotik und nachhaltiger Landwirtschaft.
Für die TH OWL ist die Beteiligung ein besonderer Erfolg. Professor Dr. Markus Lange-Hegermann, Professor für Mathematik und Datenwissenschaften sowie Vorstandsmitglied des Instituts für industrielle Informationstechnik (inIT), gehört zu den wenigen Professor:innen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland, die Mitglied des ELLIS-Netzwerks sind.
Das ELLIS-Netzwerk wächst derzeit stark. Von den sieben neu aufgenommenen europäischen Standorten befindet sich einer in Nordrhein-Westfalen.
„Die Aufnahmekriterien sind anspruchsvoll – die Mitgliedschaft ist ein Qualitätsmerkmal“, sagt Professor Lange-Hegermann. Als einziger Professor einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in Nordrhein-Westfalen und einer von bundesweit nur wenigen HAW-Professor:innen bringt er seine Expertise an der Schnittstelle von Machine Learning, mathematischer Modellierung und industriellen Anwendungen in das Netzwerk ein.
„Künstliche Intelligenz entwickelt sich besonders dort weiter, wo exzellente Grundlagenforschung und konkrete Anwendungen zusammenkommen. Genau diese Verbindung kann die TH OWL in die ELLIS Unit NRW einbringen – mit Forschung, die wissenschaftlich anspruchsvoll ist und zugleich nah an realen Fragestellungen bleibt“, sagt er.
Diese Verbindung prägt auch die Forschung am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT). Dort entstehen KI-Lösungen gemeinsam mit Unternehmen und öffentlichen Partnern. Die Themen des inIT sind dem Dach „industrielle Automation“ untergeordnet. Darunter befinden sich dann Inhalte wie Netzwerke, Cyber Security, KI, Mensch-Technik-Interaktion.
Ein Beispiel sind die beiden aufeinanderfolgenden Forschungsprojekte „MetalClass“ und „AlloySort“. Dabei erkennt eine KI verschiedene Metalllegierungen und sortiert Metallschrott innerhalb weniger Sekunden – ein Prozess, der zuvor mehrere Stunden dauerte. In einem weiteren Projekt werden Lkw-Reifen mithilfe von KI optimal zu Fahrprofilen zugeordnet, um Kraftstoffverbrauch und Emissionen zu senken.
Auch Studierende profitieren unmittelbar von der Forschungsstärke. Im Informatikstudium arbeiten sie bereits ab dem zweiten Semester in Projektteams und ab dem vierten Semester mit Unternehmen zusammen und lernen dadurch früh, wissenschaftliche Methoden auf konkrete Fragestellungen aus der Praxis anzuwenden.
„Die Mitgliedschaft im ELLIS-Netzwerk spricht für die Qualität der Forschung an KI und der Lehre bei uns an der TH OWL. Unser Informatik-Studiengang hat einen starken Projektfokus, das heißt, unsere Studierenden sind ab dem zweiten Fachsemester in strukturierten Projekten eingebunden“, betont der Experte. „Das Netzwerk gibt uns einen internationalen Rahmen, um diese Spitzenforschung an der TH OWL sichtbar zu machen.“
Studierende der TH OWL können zehn Wahlpflichtfächer aus einem großen Wahlpflichtfachkatalog und im Verlauf ihres Studiums aus fünf Vertiefungsrichtungen wählen. Sie lernen nicht für den Hörsaal, sondern für die Praxis.
Quelle: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (th-owl.de)Bildnachweis: © Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe


