Im Fokus des Austauschs in Düsseldorf stand die Frage, wie sich die vielfältigen Herausforderungen der Klimafolgenanpassung bewältigen lassen.
Als zentrale gesellschaftliche Hürde identifizierten die Teilnehmenden den zunehmenden Widerstand gegen Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Besonders besorgniserregend seien lauter werdende Stimmen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen und die Wissenschaft diskreditieren. Dies wurde nicht zuletzt durch die jüngste Debatte um das RCP8.5-Szenario des IPCC (Weltklimarat) deutlich.
In diesem Zusammenhang rückte die Bedeutung der sozialwissenschaftliche Forschungsperspektive in den Vordergrund. Sie kann wichtige Impulse geben, um zu verstehen, wie subjektive Wahrnehmungen des Klimawandels und seiner Folgen auf verschiedene Zielgruppen wirken und so die Handlungsrelevanz steigern können.
Ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt war die Identifizierung von Schlüsselakteur:innen, die als Multiplikator:innen wirken können. Zudem wurde die Bedeutung von Co-Benefits und Win-win-Maßnahmen betont. Durch zusätzliche ökologische, soziale oder wirtschaftliche Vorteile lässt sich die Akzeptanz von Klimaanpassungsmaßnahmen deutlich steigern.
Darüber hinaus wurden aktuelle Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben MaPro – Masterplan zur nachhaltigen und übertragbaren kommunalen Sturzflutvorsorge als transdisziplinärer Prozess – präsentiert. Hierbei wurden in einem partizipativen Prozess nachhaltige und übertragbare Konzepte für die kommunale Sturzflutvorsorge entwickelt.
Die Landtagsabgeordneten zeigten sich beeindruckt von der interdisziplinären Arbeitsweise der verschiedenen Fachgebiete. Die Konstellation aus Sozial-, Natur- und Planungswissenschaften bietet hier besonderes Potenzial, um komplexe Herausforderungen wie die Klimakrise zu bewältigen. Durch den transdisziplinären Forschungsansatz und den Einbezug lokaler und regionaler Akteur:innen gelingt es, praxisnahe und umsetzbare Lösungsansätze zu entwickeln.
In diesem Zusammenhang wurde die vorgestellte Initiative zur Etablierung eines neuen Instituts an der TH OWL begrüßt. Unter dem Arbeitstitel „BlueGreenLab“ formieren sich derzeit verschiedene Fachgebiete der Hochschule, um ein Institut zu gründen, das sich unter anderem mit Klimafolgenanpassung und sogenannten blau-grünen Infrastrukturen beschäftigen soll.
Als Ergebnis wurden weitere Austauschformate vereinbart – entweder beim nächsten Besuch in Düsseldorf oder direkt auf dem Sustainable Campus in Höxter.
Quelle: Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (th-owl.de)Bildnachweis: © Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe


