28. Mai 2026 / Landeskirchenamt

Unterschiede aushalten

Neun Lehrerinnen und drei Lehrer erhalten Auftrag zum Evangelischen Religionsunterricht

Veröffentlicht am 28. Mai 2026 um 14:58 Uhr

Kreis Lippe/Detmold. Neun Lehrerinnen und drei Lehrer haben von der Lippischen Landeskirche den Auftrag und die Befähigung zum Evangelischen Religionsunterricht (Vokation) erhalten. In einem feierlichen Gottesdienst in der Detmolder Christuskirche sprach Andreas Mattke, Landespfarrer für Kirche und Schule, den jungen Pädagoginnen und Pädagogen den Segen Gottes für ihre Aufgabe zu.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Vokationswoche stand das Thema „Religionsunterricht als Ort von Friedensbildung – Religionsunterricht als Ort von Dialog, Respekt und Orientierung“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich intensiv mit der Frage auseinander, wie Frieden, Demokratie und respektvolles Miteinander im schulischen Alltag gestärkt werden können. Sie reflektierten ihre eigene friedenspädagogische Haltung, lernten friedensethische Grundlagen kennen, entwickelten konkrete Ideen für den Religionsunterricht und erprobten friedenspädagogische Methoden. Zudem diskutierten sie Möglichkeiten einer friedensfördernden Schulkultur und stärkten ihre Rolle als friedensfördernde Lehrkräfte.

„Selig sind, die Frieden stiften“. Diesen Satz aus der Bergpredigt Jesu (Matthäus 5,9) wählte Andreas Mattke als Leitmotiv für die Vokation. In seiner Predigt entfaltete er das Thema „Frieden stiften“ und zeigte, was es im Religionsunterricht (RU) konkret bedeuten kann. „Religionsunterricht bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Überzeugung und Offenheit, zwischen Haltung und Freiheit, zwischen Wahrheitssuche und Dialog.“ Frieden sei nicht die Abwesenheit von Konflikt, sondern die Austragung des Konflikts ohne Gewalt, zitierte Mattke den Theologen Helmut Gollwitzer. Friedensarbeit bedeute demnach nicht, alle Unterschiede aufzulösen, sondern Unterschiede auszuhalten, Konflikte menschenwürdig auszutragen und Würde zu bewahren. Der Religionsunterricht könne ein Ort der Friedensbildung werden, „wenn Schülerinnen und Schüler erleben: Meine Stimme zählt. Wenn Konflikte nicht verdrängt, sondern bearbeitet werden“. Die Aussage „Selig sind, die Frieden stiften“ sei weniger eine moralische Forderung, sondern eine Einladung, „Friedensmenschen zu werden“: Menschen, die Haltung zeigen, ohne andere klein zu machen, und die widersprechen, wenn Menschenwürde verletzt wird.

Foto: Landespfarrer Andreas Mattke (3.v.l) freut sich mit: Elisa Lavinia Gottwald, Katharina Hellmeier, Jenny Vera Penner, Melissa Kriemelmann, Christoph Nagel, Lisa-Marie Schmitz, Loreen Kivelitz, Hanna Christin Schnittger, Jan-Christian Ritz, Ellen Dumler, Dominik Dohrmann und Marlene Lucia Pichen. Foto: Lippische Landeskirche

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