20. Juli 2026 / Kreis Lippe

Großübung in Blomberg

Katastrophenschutz und Hilfsorganisationen proben den Ernstfall mit rund 150 Statisten

Veröffentlicht am 20. Juli 2026 um 17:50 Uhr

Ein fiktiver Waldbrand, der sich rasant in Richtung einer Wohnbebauung ausbreitet und eine sofortige Evakuierung erfordert: Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, Menschen müssen untergebracht und betreut werden. Mahlzeiten, Getränke, Betten, Toilettenpapier: Für all das muss jemand sorgen, wenn größere Gruppen von Menschen sich plötzlich nicht mehr selbst versorgen können. Zum Glück handelt es sich bei diesem Szenario nur um eine fiktive Übung, die der Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe am Wochenende mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der Hilfsorganisationen in der Sekundarschule in Blomberg durchgespielt hat. Rund 150 ehrenamtliche Statisten sowie einige mitgebrachte Haustiere simulierten die betroffene Bevölkerung und sorgten für eine realitätsnahe Kulisse.

Während der mehrstündigen Übung mussten die verschiedenen Einheiten des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes ein breites Spektrum an Aufgaben Hand in Hand abarbeiten. Auch der Einsatzleitwagen der Feuerwehr war im Dienst. Die Einsatzkräfte verwandelten das Schulgebäude in einen funktionierenden Betreuungsplatz, übernahmen die strukturierte Registrierung der Ankommenden und stellten die medizinische Versorgung sicher. Da eine solche Extremsituation auch psychisch belastend ist, war zudem die Notfallseelsorge vor Ort. Sie hörte sich die fiktiven Sorgen und Ängste der evakuierten Menschen an, die im Vorfeld unterschiedliche Rollen und Verhaltensweisen zugewiesen bekommen hatten, um die Retter gezielt herauszufordern.

„Bei sogenannten Großschadenslagen und Katastrophen ist der Kreis als untere Katastrophenschutzbehörde dafür zuständig, notwendiges Material und Personal vorzuhalten und einzusetzen. Dabei ist er auf die ehrenamtlichen Einsatzkräfte angewiesen“, erklärt Marcus Saueressig, Teamleiter Zivil- und Katastrophenschutz beim Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe. Um die vom Land erstellten Einsatzkonzepte für Großschadensereignisse umsetzen zu können, müssen diese regelmäßig geschult werden. In diesem Fall geht es um den Aufbau eines Betreuungsplatzes für bis zu 500 Personen, die nicht verletzt sind, jedoch betreut werden müssen.

Nach dem Tag ziehen die Verantwortlichen Bilanz: „Die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen untereinander hat gut funktioniert. Dennoch liefert der Praxistest wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft, an welchen Stellschrauben wir im Detail noch drehen müssen, um für den Ernstfall optimal aufgestellt zu sein“, betont Nils Brandes, der die Übung beim Bevölkerungsschutz federführend organisiert hat. „Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden und den vielen freiwilligen Helfern für ihren großartigen Einsatz.“

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